werk.statt videocast #8: “Neda – der Ruf” Teil 1

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Das Theater Osnabrück hat bei dem iranischen Komponisten Nader Mashayehki die Oper "Neda - der Ruf" in Auftrag gegeben. Wir beobachten den 1. Kapellmeister Daniel Inbal bei einer musikalischen Probe und sprechen mit ihm über die Musik der Oper.

Interview und Schnitt: Holger Schwetter. Kamera: Thorsten Alich.

"Der Dichter Nizami, der in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts lebte, gehört zu den bedeutendsten persischen Autoren seiner Zeit. Berühmt wurde er durch seine Geschichten von selbstbewussten, klugen Frauen, die häufig die Männer, die sie unterschätzen oder gar unterdrücken, auf einen neuen Weg der Erkenntnis und der Anerkennung ihres Gegenübers führen. Von diesem Dichter und seinen Frauengestalten erzählt Nader Mashayekhis Oper NEDA – DER RUF, die am 13. März im Theater am Domhof uraufgeführt wird.

Ausgangspunkt für das Libretto der Autorinnen Nadja Kayali und Angelika Messner, ist eine Episode mit tatsächlich biografischem Hintergrund: Der Dichter bekommt für ein kürzlich verfasstes Buch vom Fürsten eine Sklavin namens Apakgeschenkt. Nizami lernt bald sowohl Apaks Selbstbewusstsein als auch ihre intellektuellen Fähigkeiten zu schätzen und nimmt sie als eine ebenbürtige Partnerin an. Seine Verzweiflung ist groß, als Apak – durch Männer, denen ihr Selbstbewusstsein und ihr Engagement ein Dorn im Auge ist, vergiftet - stirbt. Um diesen Kummer zu überwinden beginnt er zu schreiben und schafft nach Apaks Vorbild Figuren wie die Amazonenkönigin Nuschabe, die keine Männer an ihrem Hof duldete und auf den König wartete, der ihr gewachsen war, die Prinzessin Turandot, die alle Freier umbringen ließ, bis einer kam, der ihre Rätsel lösen konnte, oder die Sklavin Fitna, die durch Geduld und Ausdauer den König Bahram zur Einsicht brachte. In Träumen und Visionen machen diese Frauenfiguren in der Oper den Dichter zu ihrem Sprachrohr und tragen ihm ihre Hoffnungen, Wünsche, aber auch ihre Enttäuschungen und ihre Wut über die Situation der Frauen zu. Wünsche und Wut, die bis heute nicht an Aktualität verloren haben." (Theater Osnabrück)

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2 Kommentare

  1. Erstellt am 12. März 2010 um 14:51 | Permanent-Link

    Den Beitrag gibt's auch in besserer Qualität zu betrachten unter
    werk.statt videocast #8: "Neda - der Ruf" Teil 1 from werk.statt on Vimeo.
    Leider lässt sich der vimeoplayer nicht in diese Seite einbinden.

  2. Erstellt am 29. Mai 2010 um 00:51 | Permanent-Link

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